Die neue Achtsamkeit

RHEditorial 16. September 2020

DIE NEUE ACHTSAMKEIT

Der Sommer geht langsam vorüber, noch schmeichelt und wärmt uns die tieferstehende Sonne.
Heute, im September 2020 wissen wir bereits: Dieses Jahr wird ein ganz besonderes Jahr bleiben.
An der Schwelle zum digitalen Zeitalter hat dieses Virus einen gewaltigen Schatten über den gesamten Planeten geworfen.
Globalisierung erhielt damit eine andere Bedeutung: Binnen Wochen verbreitete sich eine Pandemie, über alle Landesgrenzen und Ozeane hinweg.
Noch schneller als das Virus ging die Angst um, eine alte Bekannte, die Lebensretterin oder schlechte Ratgeberin sein kann und mit der jeder von uns schon Bekanntschaft gemacht hat.
Weltweit getroffene Maßnahmen führten zu den heftigsten Wirtschaftseinbrüchen seit dem 2. Weltkrieg.
Das Leben, so heißt es, sei eine Zugfahrt und Homo Sapiens vollführte im März des Jahres 2020 weltweit eine Vollbremsung.
Nur langsam, stockend, kommt der Zug wieder in Fahrt.  
Auch deshalb, weil wir die Richtung noch nicht kennen, weil wir noch nicht genau wissen, wohin die Reise geht.

Wie groß ist die Gefahr?
Wie können wir sie verlässlich messen?
Schützt uns die Maske oder vergiften wir uns stattdessen durch zu viel Kohlendioxid, das nicht richtig ausgeatmet werden kann?
Kann ein Impfstoff überhaupt schützen, wenn das Virus sich ständig verändert?
Sollten wir nicht besser unser Immunsystem stärken, durch gesunde Ernährung und tägliche Bewegung an der frischen Luft und Sport?
Oder ist die Maske doch mehr Symbol geworden, zum Symbol für unseren Gehorsam, für unser Einverständnis mit den Beschränkungen unserer Grundrechte, veranlasst durch diejenigen, die uns die Regeln vorschreiben, die es - hoffentlich – aber wie lange noch - gut mit uns meinen?
Folgen wir dem deutschen Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel ist die Freiheit der Motor unseres Seins und nach humanistischem Selbstverständnis auch die unverzichtbare Voraussetzung für ein Leben als Mensch.
Die Erfahrungen von Menschen, die sich in die wilde Natur oder nach „Backcountry“, dem ungewissen Ort voller Gefahren begeben, zeigen uns:
Mit guter technischer und pysischer Vorbereitung können wir es meistern.  
Das Entscheidende aber ist unsere mentale Einstellung und Vorstellungskraft, die uns im gleichen  Moment  Gefahren erkennen und Vertrauen in uns selbst haben lässt.
Halten wir es  – 200 Jahre nach Hegel – mit dem Erfolgsautor und Strategieberater Bernhard von Mutius, wonach uns auch in Zeiten der Ungewissheit das eigene Denken, das Entscheiden und die Übernahme von Verantwortung niemand abnehmen kann.

In diesem Sinne, und wie immer herzlich

Ernst-M. Ehrenkönig
CEO/ Managing Partner